Tag 25-30, Gibraltar – Granada, Granada

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Tag 25, La Linea – Granada I; ~245km, 5 Autos, vielleicht so 3,5h Wartezeit

T25 La Linea-GranadaBegraben in Asche stand ich am Morgen auf und sah, dass die Rauchwolke nun den Upper Rock von Gibraltar eingehüllt hatte. Ich aß kein Frühstück, sondern startete sofort mit dem Trampen. Ein Ire fuhr mich zu einer Raststätte, wo ich 2 Typen ansprach, die mich dann zu einer Raststätte bei Malaga fuhren. Dort traf ich ein Polnisches Paar, das entlang der Küste Richtung Norden trampen wollte, aber bis jetzt noch keinen Erfolg hatten. Ich lief für 90 Minuten auf der gesamten Raststätte herum und fragte ununterbrochen Leute, bis ich schließlich einen Polen fand, der bis kurz vor Granada fuhr. Die beiden andere Polen indes entschieden sich, an den Strand zu gehen und am nächsten Tag mit einem Polnischen LKW-Fahrer nach Paris zu fahren.

Ich brauchte noch zwei weitere Mitfahrgelegenheiten, bis ich schließlich um 16Uhr in Granada ankam.

In Granada studierte und arbeite eine alte Freundin aus Kindergartenzeiten. Ich wartete auf E. am Plaza Nueva Eis essend. Sie brachte mich dann zu der Wohnung, die eine Terrasse mit grandiosen Blick auf die Alhambra hatte.

Zusammen mit dem Kumpel Borja und den zwei Hunden Lanu und Umbra gingen wir uns ein bisschen an einem Bach abkühlen. Am Abend machte ein anderer Mitbewohner Crêpes mit verschiedenen Füllungen, die sehr lecker waren.

Ich entschied mich für die Terrasse als Schlafplatz, da es nachts nicht kälter als 2o°C und der Blick auf die Alhambra einfach zu gut war.

Tag 26, Granada II

Wir waren zum Mittag von zwei Freundinnen eingeladen und E. zeigte mir die Stadt. Am späten Abend liefen wir über das Gelände der Alhambra und mieteten ein Auto, um am nächsten Tag an den Strand zu fahren.

So genoss ich also einen klischeehaften Spanischen Tag mit Siesta, das meiste entspannt (und langsam) angehen.

Tag 27, Granda III, Strand bei Motril; 80km, 1 Auto, keine Wartezeit

Mittags fuhren wir zum Flughafen, um das Auto abzuholen – einen Volkswagen Polo. Ich war derjenige, der hinfahren sollte. Wir waren fünf Personen und drei Hunde – keine Ahnung, ob das überhaupt legal war, aber es war auf jedenfalls eine lustige Erfahrung.

Es war ein wenig schwierig, den Strand zu finden, aber wir haben es geschafft. Ich ging nur kurz schwimmen und suchte dann Zuflucht vor der Sonne.
E. und ihre Freunde hatten vor, über Nacht zu bleiben, aber ich wollte am selben Tag zurück. Als also um 19Uhr die ersten Leute am Strand ihre Sachen zusammenpackten, ging ich einfach zu zweien hin und fragte, ob sie nach Granada führen und mich mitnehmen würden. Und nun ja, zweimal Ja. Also brauchte mich E. nicht zur Bushaltestelle fahren, von wo der Bus irgendwann abgefahren wäre, keiner von uns wusste eine konkrete Zeit, und ich sparte das Ticket.

Bevor ich zur Wohnung zurückkehrte, ging ich noch Lebensmittel einkaufen und hatte einen extrem entspannten Abend auf der Terrasse.

Aber der Tag machte ich ein bisschen nachdenklich. Zu Hause hätte ich niemals Fremde, die gerade denselben Strand verlassen, gefragt, ob sie mich in die 80km entfernte Stadt bringen würden. Ich denke mal, das liegt daran, dass ich mich im Ausland ganz einfach hinter der Englischen Sprache und dem ein-einfacher-Tourist-Sein verstecken kann, wenn ich im Ausland bin.

Tag 28 (Sonntag), Granada IV

Ich schlief, bis mich die Sonne weckte. Das war so gegen 11Uhr. Danach nahm ich ein fruchtiges Frühstück. Danach unternahm ich eine Tour in der Umgebung. Dort gibt es kleinere Berge, da die Sierra Nevada nicht weit entfernt ist. Außerdem sind in den Bergen Höhlen, in denen Leute wohnen bzw. hausen. Man kann vor denen Schaukelstühle vor sogar aus Holz gemachten Eingangstüren sehen, sowie Wäscheleinen mit Klamotten dran. Diese Hütten sind übrigens keineswegs temporären Unterkünfte.

Weil E. und ihre Freunde planten, erst spät am Abend zurückzukommen, verabredete ich mich mit ein paar Leuten vom Crêpe-Essen.

Die erste Bar, in die wir gingen, servierte lächerlich kleines Bier. Es war eher ein Bier-Shot, als ein richtiges Bierglas. Ich wollte schnell weiter, das war deprimierend. Auf dem Weg zur nächsten Bar kamen wir an feiernden Serbischen Basketballfans vorbei. Wir gingen in die Bar, die ordentliches Bier und Tapas anbot und bestellten beides. Unter den Leuten, mit denen ich dort war, war auch die Polin A. und weil die Kerle Schiss vor den Serben hatten, gesellten halt nur wir beide uns zu den Serben. Sie waren in Feierlaune und luden uns auf weitere Biere ein. Etwas später begannen sie sich doch gegenseitig anzupöbeln, weil ein Serbe das Trikot des Gegners geschenkt bekam,  gingen wir zur nächsten Lokalität und um 4Uhr morgens war ich dann auf der Terrasse.

Tag 29, Granada V

Ich besuchte die berühmte Alhambra, aber da ich vieles schon aus dem Iran kannte, fand ich es dort ehrlich gesagt nicht extrem interessant. visited the famous Alhambra fortress, but since I’ve already been to Iran, honestly I didn’t find it that interesting.

Weil ich am nächsten Tag ohne Stopp in die Niederlande trampen wollte, kaufte ich Lebensmittel ein und gönnte mir einen Falafelburger. Allerdings schien dort etwas drin gewesen zu sein, dass meinen Magen des Nachts wieder revolutionieren ließ.

Es war wirklich komisch; nach all den Reisen, auf denen ich nicht wirklich gründlich darauf achtete, dass das, was ich aß oder trank, auch gesundheitlich unbedenklich war – ich trank sogar oftmals Wasser aus der Leitung in Regionen, wo die Einheimischen das nicht taten und hatte nie Gesundheitsprobleme. Und nun, in Europa, hatte ich zwei Mal innerhalb von zwei Wochen solche Aussetzer.

Tag 30, Granada VI

Daher blieb ich einen weiteren Tag in Grananda. Zum Glück war E. damit einverstanden, da ich mir in meinem Zustand nicht zutraute, unbedenklich die 2300km lange Strecke nach Breda ohne Rast zurückzulegen.

Also räumten wir die Wohnung etwas auf, aßen Eis und schauten, wie ich denn zu meinem Startpunkt gelangen könnte. Am Abend kamen zwei lustige Bekannte einer Freundin von E., aber ich ging nicht mit ihnen in die Innenstadt, da ich ja am nächsten Tag einigermaßen erholt nach Holland wollte.

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Fotos aus der Alhambra
Tag 25


Tag 26-30, Granada


In der Alhambra

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Tag 23-24, Faro – Tarifa – Gibraltar

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Tag 23, Faro – San Luis de Sabinillas (bei Marbella); ~500km, 4 Autos, lange gewartet

T23 Faro-MarbellaMorgens aß ich noch mit A. und A. Frühstück und dann machten wir uns gemeinsam auf – sie auf Arbeit, ich Richtung Gibraltar.

Es dauerte allerdings ewig, bis mich jemand mitnahm. Es war zu einem Supermarkt, der unglaubliche 2km weit entfernt war…. Wenigstens konnte ich dort noch Früchte und Portwein für zu Hause erstehen. Mit zwei weiteren Mitfahrgelegenheiten und nach meheren Dutzend Warteminuten fand ich mich schließlich auf einer Raststätte wieder, auf der nach einiger Zeit ein paar Engländer hielten. Einer war unterwegs nach Malaga und ich entschied mich, bei ihm mitzufahren. Ursprünglich wollte ich nach Sevilla südlich über Cadiz nach Gibraltar und Tarifa reisen, aber nun näherte ich mich beiden Zielen eben von Osten her. Der Engländer lebte seit 16 Jahren in Spanien und lieferte Bier aus. An der Raststätte, wo er mich rausließ, nahm mich ein junger Spanier mit, der auf dem Weg zur Arbeit als Sicherheitsbediensteter eines Clubs in Estepona war. Er beschwerte sich bitterlich über die Russen, die sich dort absolut ungebührend verhalten würden.

Nachdem er mich absetzte, probierte ich für eine weitere Stunde weiter zu kommen. Ich überlegte in der Mitte eines Kreisverkehres zu schlafen, aber die Stelle war nicht komplett unsichtbar, folgte ich dem Straßenverlauf für weitere ca. 3km  und fand dort einen geeigneteren Platz vor.

Tag 24, San Luis – Tarifa – Gibraltar – La Linea; ~120 km, 5 Autos

T24 Gibraltar TarifaNach dem Aufstehen lief ich die Straße abermals weiter, bis ich zu einer Tankstelle, vor Algericas, kam. Dort aß ich auch Frühstück.

Algeciras ist einer der Haupthäfen von Fährverbindungen nach Marokko. Daher fuhren viele Autos, bis auf den letzten Platz voll mit Leuten und Sachen, herum. Auf dem Dach waren auch oftmals noch Dinge zusammengeschnürt, was die Höhe verdoppelte.

Nach zwei Stunden nahm mich ein junges Pärchen nach Tarifa mit, wo der südlichste Punkt Europa sein sollte. Als ich dort ankam, was dort sogar ein Schild aufgestellt, das die Menschen an diesem Punkt willkommen hieß. Das Problem war nur, dass es hinter dem Schild noch weiter ging. Dort war eine Festung auf einer Insel namens “Isla de las Palomas”, die man aber bei Ebbe auch ohne Benutzung der Brück erreichte. Und auf dieser Insel war der eigentliche “Punta de Tarifa O Marroqui” – der südlichste Punkt. Aber das Betreten durch das Tor war nicht gestattet, da es sich um eine Art Militärgelände handelte, das mich von dem 600m entfernten Punkt trennte.

Aber ein lächerliches Spanisches Militärgelände ist nun wirklich kein Hindernis für mich, wenn ich den letzten der Grenzpunkte Europas erreichen will. Also zog ich meine Schuhe aus und lief zu einem Teil der Festung, die nicht von dem Militär genutzt worden schien. Ich kletterte hinauf, ließ meinen Rucksack dort zurück und kraxelte schleichend weiter an der Küsten entlang. Ich wurde nicht bemerkt, jedenfalls wurde ich nicht an meinem Vorhaben gehindert und mit Hilfe des GPS erreichte ich dann auch die südlichsten Punkt.

Das Wasser stieg und begab sich Richtung Küste und ich mich nach Gibraltar. Nach der Passkontrolle – leider bekam ich keinen Stempel – wollte ich meinen Pass wieder zurück in den Rucksack packen. Das war in der Zollabfertigungszone und plötzlich sagte mir ein Beamter, ich müsse um Erlaubnis fragen. Ich wusste nicht wirklich, was er von mir wollte, lachte und fragte, ob er das wiederholen könne. Er sagte wiederum, ich solle um Erlaubnis fragen. Ich fragte, ob ich das nur für das Zurückpacken meines Passes machen sollte und lachte wieder. Er wurde grummeliger und bemerkte, dass es nicht lustig sei. Dieser Bereich sei für die Zollabfertigung vorgesehen und ich, als unhöflicher Tourist, müsse für alles, was ich dort mache um Erlaubnis fragen. Vielleicht dachte er, ich würde eine AK-47 aus meinem Rucksack holen oder wollte einfach Macht demonstrieren. Jedenfalls ging ich nach dieser lächerlichen Vorstellung einfach raus.

In Gibraltar was es dann wirklich komisch. Rothaarige überall und den Britischen Akzent zu hören, während draußen Spanisches Klima herrscht war merkwürdig. Außerdem muss man über die Start- und Landebahn des Flughafens laufen, um in die Stadt zu kommen.

Ich bekam kostenlos Postkarten, weil ich nur 10 Gibraltar-Pfund hatte und nachdem ich diese, also die Postkarten, mit Wörtern gefüllt hatte, erklimmte ich den Upper Rock. Aber es war der falsche Hügel, da ich eigentlich das Rollfeld von oben sehen wollte. Wenigstens kam ich an ein paar der berüchtigten Affen vorbei, die von einiger Wichtigkeit für die Bevölkerung sind. Der Legende nach würde Gibraltar wieder an Spanien gehen, wenn jene aussterben.

Aber ich hatte noch die Gelegenheit, am Rollfeld zu stehen, während eine Easyjetmaschine in die Abendsonne startete. Wir standen ca. 100m vom startenden Flugzeug entfernt. Dann lief ich aus der Stadt La Line de la Concepción und begann den Versuch, nach Granada zu kommen. Aber um 1Uhr morgens – ich bin nicht weiter gekommen – wurde mir mitgeteilt, dass die Autobahn wegen eines Waldbrandes geschlossen worden war. Als ich mich der Autobahn näherte, konnte ich am Horizont den Himmel in einem rötlichen Ton leuchten sehen. Also legte ich mich hinter einem Gebäude einer Tankstelle zur Ruhe und als ich des Nachts aufwachte, roch die Luft stark nach Rauch und Asche kam vom Himmel geregnet.

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Tag 23


Tag 24


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Tag 11-13, Ézaro – Cée – Finisterra – Cangas – Ponteareas

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Tag 11, Ézaro – Cée über Fisterra; 45km, 1 Auto

T11 Ezaro-CeeNachdem ich genug geschlafen hatte, führte mich ein Fischer zu Touristeninformation, wo ich ein Infos über den Monte Pindo einholte. Nachdem ich der nette Dame, die dort arbeite, mehrmals versichert hatte, dass ich auf jeden Fall vor Schließung (es waren noch 7 Stunden hin) wiederkommen würde, konnte ich auch meinen Rucksack dort lassen.

Die Berglandschaft war von einem Waldbrand ein paar Monate zuvor geprägt. Deshalb standen überall pechschwarze Bäume zwischen Steinen herum. Vom Gipfel hatte man einen weiten Blick über die Strände und sogar bis Fisterra (span. Finisterra, zu deutsch: Das Ende der Welt).

Zwei Stunden bevor die Touristeninfo dann schloss, kam ich dort an und konnte Fisterra mit einem Spanisch-Französischen Pärchen besuchen. In früheren Zeiten war Finisterra das Ende der bekannten Welt. Jetzt ist es das offizielle Ende des Jakobsweges und es scheint Brauch zu sein, ein Kleidungsstück, das einen die Reise begleitet hat, zu verbrennen. Daher sind dort viele kleine Feuer zu erkennen und es riecht ab und zu sehr streng nach verbrannten Turnschuhen oder T-Shirts.

Weil es Donnerstag war und damit der erste Tag des Festivals in Cée. Das Paar fuhr mich an den Rand des Ortes und ich baute mein Zelt neben einer Kirche. Allerdings erst nachdem ich mich durch zweimaliges Fragen vergewissert hatte, dass keiner der unmittelbaren Anwohner gestört würde. Leider war das Festival alles andere als traditionell sondern ein kommerzieller Rummel. Aber wenigstens waren meine Sachen noch alle da und nichts gestohlen, was ich schon befürchtet hatte. Das ist immer der Nachteil, wenn man alleine reist.

Tag 12, Cée – Cangas; ~160km, 6 Autos

T12 Ezaro-CangasEs war Freitag und mein Plan war, das Wochenende im Gêres Nationalpark in Portugal zu verbringen. Nach zwei Mitfahrten, musste ich einen kleinen Ort durchqueren und machte Halt, um zwei super leckere Eiskugeln zu kaufen – weiße Schokolade und Pistazie.

Spät am Tag feierte ich dann mit drei Spanierinnen, aber vorher trampte ich noch mit fünf weiteren Autos. Dann hielten Matilda, Moira and Icía. Sie waren auf einem Wochenendtrip, um am Strand zu entspannen und zu feiern. Während wir fuhren, entspannten sich Matlida und Moira, die am Steuer saß, schon fleißig mit einem Joint nach dem anderen.

Zuerst fuhren wir an den Strand und danach an einen Ort an der Steilküste, der wohl berühmt für seine Sonnenuntergänge ist. Dann ging es weiter zu einer Tintenfisch-Party in Cangas. Weil die Preise der Feier aber ziemlich hoch waren, fragten die Mädels einfach ein paar Polizisten, wo man stattdessen gut essen gehen könne.

In der Bar bestellte sie dann verschiedene Gerichte, damit ich ein bisschen Vielfalt hatte. Und es war wirklich vorzüglich. Leider habe ich kein Foto von dem Essen gemacht: Quiche mit Seefrüchten, eine Art Seegurke, die irgendetwas mit “Padros” heißt und bei denen man nicht weiß, ob sie scharf oder nicht sind und spezielle Klöße mit Speckfüllung.

Es war wirklich gut und machte mich fast bis zum Nachmittag des nächsten Tages satt und das will schon etwas heißen. Bevor wir zurückfuhren, gingen wir noch in eine andere Bar und bestellten Liquor-café, der wirklich ist, was der Name beschreibt und ist sehr süffig.

Um 4.30 bauten wir dann unsere Zelte in der Nähe des Strandes auf, wo wir am Mittag waren. Obwohl ein Schild verbot, mit dem Hinweis auf Strafzahlungen in Höhe von 600 Euro.

Tag 13, Cangas – Ponteareas; 55km

T13 Cangas-PonteareasWir verbrauchen einen ruhigen Tag am Strand und mit Icía machte ich eine kleine Tour um die Küstenlinie. Ich war mir sicher, dass ich keine Schuhe bräuchte, aber das war eine dumme und schmerzhafte Eingebung.

Nachdem meine Füße wieder einigermaßen erholt waren, war es an der Zeit ein kleines Festival zu besuchen. Es war nicht leicht zu finden, aber wir kamen nach vielen Umwegen an. Dann aßen wir erstmal ein bisschen was und gingen gegen Mitternacht los.

“Festival” beschreibt die Veranstaltung vielleicht nicht richtig. Ungefähr 30 Leute waren da und zum Glück wurde keine elektronische Musik gespielt. Es war draußen auf einer Art Parkplatz mit Zugang zu einem kleinen Fluss. In der Mitte stand der DJ, umgeben von Lautsprechern. Wir tanzten bis in den frühen Morgen, bis die Musik ausgeschaltet wurde. Weil aber noch ein paar Stücken Kuchen und Bier übrig war, bekamen wir etwas – 3 Stücken Kuchen und zwei Liter des wohlschmeckenden, und meiner Meinung nach einzig wahren in Spanien, Bieres: Estrella Galicia (Stern aus Galizien). Um 6Uhr kehrten wir dann zu unseren Zelten zurück.

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Day 11


Day 12-13

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Tag 9-10, Tapia – As Catedrais – Ézaro

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Tag 9, Tapia – Ribadeo / As Catedrais; 21 km, 1 Auto

Ich beeilte mich nicht mir dem Aufstehen und beschloss nach Ribadeo zu laufen. Der Weg war Teil des Jakobweges (Camino Santiago), daher kann ich behaupten, dass ich diesen für ca. 15km gepilgert bin. Aber vorher ging ich noch in die Pilgerherbege, um mich zu duschen, was ein klasse Gefühl nach einigen Tagen ohne war.

Als ich dann in Ribadeo ankam, musste ich leider feststellen, dass die Küstenformation “As Catedrais” weitere 6km entfernt war. Ich war zu faul nochmals zu laufen, was bestimmt 90 Minuten gedauert hätte. Außerdem war es mit einem 24kg Rucksack kein wirkliches Vergnügen. Ich wurde auf meinem Weg ein paar Male gefragt, ob er nicht zu schwer für den Camino sei. Ich sagte nein, denn im Prinzip legte ich ja mehr als als dieses Stück des Jakobweges zurück – nur eben per Anhalter und nicht zu Fuß.

Ich fand jemanden, der mich in die Nähe der As Catedrais brachte. Dort lud ich erst einmal meine Kamera und mein Handy in einem Restaurant auf. Nach vier Tagen ohne Elektrizität, waren beide Akkus fast leer und besonders die Kamera war extrem wichtig.

Ich baute mein Zelt auf einem leeren Parkplatz auf. Die As Catedrais ist nur während Ebbe begehbar – also zweimal am Tag. Als ich ankam, wäre es am nächsten Tag gegen 13Uhr gewesen und diese Nacht um ca. 23.50Uhr. Die Chance, nachts dort herumzulaufen, wollte ich unbedingt wahrnehmen und las bis ca. 23Uhr.

Es war wirklich atemberaubend. Ungefähr 15 weitere Leute waren unterwegs zwischen den Klippen und nach 30 Minuten, kam sogar ein praller Mond zwischen den Wolken hervor, was die Stimmung noch magischer machte.

Tag 10, As Catedrais – Ézaro; ~250km, 6 Autos, 7h Reisezeit

In der Nacht hatte es geregnet. Es war erst das zweite Mal seit dem Beginn meiner Sommerreise 2011, dass mich Regen ein bisschen einschränkte. Weil ich noch einmal bei Tag zu den As Catedrais gehen wollte, wartete ich einfach und hatte keine Eile, aus dem Zelt zu kommen. Andere waren ungeduldiger: Als ich um 10Uhr dann aus dem Zelt kroch, war der Parkplatz schon rappelvoll. Aber komplett zugeparkt? Nein, ein kleiner Deutscher Tramper leistete noch Widerstand gegen die Übermacht der wartenden Autos. Aber er konnte nicht lange standhalten und die wartenden Fahrer wurden sehr nervös, als sie mitbekamen, dass ein neuer Platz freiwerden würde.

Dieses Mal war die Küste alles andere als leer. Hunderte Menschen wimmelten umher und ich machte mich daher schnell wieder auf, weiter zu kommen. Als ich fast eine Stunde gewartet hatte und schon eine kleine Pause einlegen wollte, hielt ein Auto mit vier Italienerinnen. Ich quetschte mich mit einem Rucksack auf den Rücksitz. Sie sagten, sie seien erst an mir vorbeigefahren, hätten dann aber noch einmal extra gewendet.

Kurz vor A Coruña wurde ich dann rausgelassen, war aber ein bisschen verloren. Ich lief für eine Stunde eher planlos herum, bis ich endlich raus hatte, wie ich weiterkommen könnte. Mit Hilfe eines netten Galizianers wurde ich zur richtigen Autobahnauffahrt gebracht. Über die Autobahn kam ich dann mit einer weiteren Fahrt auf das lokale Straßennetz der Todesküste (Costa del Morte).

In Arteixo wurde ich von einem Fensterbauer mitgenommen. Seine Ausrede, nicht Englisch sprechen zu können, war die beste, die ich hörte. Meistens sagten die Leute einfach, die Lehrer wären zu schlecht gewesen und konnten kein Wissen vermitteln. Er sagte jedoch, seine Lehrerin sei zu hübsch gewesen und er hätte sich (während sechs Jahren Englischunterrichts?!, Anm.d.A.) nicht darauf konzentrieren können, was sie erzählte.

Er empfahl mir, nach Ézaro anstatt nach Muxia zu fahren, wenn ich wandern wollte. Ich nahm seinen Rat an und änderte mein Schild.

Von der Tankstelle wo er mich absetzte, wurde ich in ein 10km entferntes Dorf gefahren. Es war mittlerweile kurz vor Mitternacht und 10 Minuten bevor eine selbstgesetzte Frist zum Schlafplatzfinden ablief, hielt noch eine Familie und fuhr mich bis nach Ézaro. Der Sohn erzählte mir, dass am nächsten Tag am Abend ein Volksfest in Cée (ein Nachbarort) stattfinden sollte.

Sie ließen mich an einem Strand raus, an dem ich ihnen zufolge unbehelligt zelten könne.

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Tag 9


Tag 10

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Tag 8 (Montag), Zaragoza – Tapia

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Tag 8, Zaragoza – Tapia; ~670km, 3 Autos, joa…war OK mit dem Warten

T08 Zaragoza-TapiaIch stand früh auf, da ich unbedingt weiter wollte. Weg aus Zaragoza. Ich verabschiedete mich von den Mädels, die gerade aufgestanden waren. Gleich die ersten Leute, die ich an der Raststätte fragte, nahmen mich um die 470km mit, was echt klasse war. Es war ein Spanisches Pärchen und er wollte, dass sie unbedingt ihr Volkshochschulenglisch trainiert. Von daher war es eine Win-Win-Situation für Carlos, Anna und mich.

Sie waren auf dem Weg nach Llanes in Austurien, sodass wie das regnerische Baskenland durchfuhren. Und um ehrlich zu sein, genauso wie die Leute, die Andorra nicht kennen, hätte ich nie gedacht, dass es in Spanien eine Region gibt, in der es regenwaldähnlich Eukalyptuswälder gibt. Aber die gemäßigte Klimazone sorgt im Norden Spaniens für sattes grün. Die Atlantikstrände sind lang und leer, vielleicht auf Grund des doch eher stürmischen Ozeans. Nichtsdestotrotz gefiel mir dieser Teil spontan; nicht nur, weil ich endlich der Hitze für ein paar Tage entrinnen konnte.

An der letzten Tankstelle, bevor sich die Autobahn nach Gijón (in meine Richtung) und Oviedo (nach Süden) teilte, sprach ich einen Pakistani an, ob er nach San Sebastian führe. Nach nur einigen Minuten des Wartens konnte ich also wieder weiter. Das Problem war nur, dass in die falsche Richtung gefahren wurde. Ich verwechselte Santiago mit San Sebastian und nun war ich natürlich wieder auf dem Weg in die Richtung, aus der ich gerade kam. Na super. Zum Glück gab es nach wenigen Kilometern eine weitere Raststätte, von welcher aus ich dann über die Autobahn zu der auf der anderen Seite rannte.

Die Zeit verging, Autos kamen und fuhren – ohne mich. Um 22Uhr kam eine Angestellte, der ich Leid tat, und lud mich zu einem Tee ein.

Aber kurz vor Mitternacht nahm mich Ainoa, ein Mädchen aus dem Baskenland, mit nach Tapia, wo sie arbeitete. Es war nur 10km von Ribadeo entfernt, das mir die 3 Spanier in Andorra empfohlen hatten. Leider wollte Ainoa partout kein Englisch sprechen, so dass die Fahrt leise verlief und ich immer wieder wegnickte.

Nachdem wir um ca. 2Uhr in Tapia angekommen waren, lief ich die Steilküste entlang, bis ich irgendwann einfach an einer relativ geeigneten Stelle über dem Meer mein Zelt aufbaute und mich von den sich brechenden Wellen und den Schlaf wiegen ließ.

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Tag 2-3, Bellinzona – Monaco – Perpignan

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Tag 2, Bellinzona-Monaco-Dorf bei Monaco; ~420km, 6 Autos, 3h Wartezeit

T02 Bellinzona-MonacoUm 7Uhr kam die Sonne durch die Berge geschien und weckte mich. Nach einem typischen Tramperfrühstück (Brot mit Nutella und Apfel/Banane und Wasser) ging ich mit einem “Genova” (Genua)-Schild an das Ende der Raststätte. Ein älteres Deutsches Pärchen, das mich am Vorabend schon gesehen hatte, nahm mich den ganzen Weg in die Stadt, weil sie mit der Fähre nach Korsika wollten.

In Genua lief ich ein kleines Stückchen, um zu einer Autobahnauffahrt zu kommen. Dort war schon ein Typ, der mir auch gleich mitteilen musste, dass der Platz schlecht wäre. Er (der Typ) hatte ein großes Schild mit mehreren Zeilen Text. Als er den Platz freigab, probierte ich es und nach wenigen Minuten hielt ein junges Italienisches Pärchen, das in meine Richtung fuhrt. Einige hundert Meter weiter nahmen sie dann auch den anderen Typen mit. Es stellte sich heraus, dass es ein Erasmus-Student war, der super nervig war. Er war anscheinend das erste Mal in seinem Leben per Anhalter unterwegs und konnte mit seinen super-duper Erfahrungen einfach nicht hinter’m Baum halten – er war einfach nicht still.

An der Tankstelle, wo wir rausgelassen wurden, fand er eher als ich eine Mitfahrgelegenheit, weil er weiter Richtung Barcelona wollte, während ich den Umweg über Monaco machen wollte. Die Tankstelle war nicht gerade gut besucht. Ein kleines Auto stand dort, das komplett voll war. Wirklich voll. Nicht “Ich-will-keinen-mitnehmen” voll. Ich fragte den Besitzer, ein junger Italiener, Pietro, und erwartete nicht wirklich, dass er mich mitnehmen würde, was ich durchaus verstanden hätte. Aber zu meiner Überraschung schaffte er es irgendwie noch Platz für mich und meinen Rucksack zu schaffen. Er hatte sogar vor, mich bis nach Monaco zu fahren, hatte aber am Ende dann keine Zeit mehr dafür.

Deshalb musste ich leider, leider in den Porsche Cayenne von einer Russin einsteigen, die für mich anhielt, sowas dummer aber auch….

Sie schien dieses Klischée-Leben einer Monegassischen Frau zu leben: Zusammen mit ihrem reichen Ehemann, die beiden Kinder in ihrer großen Villa betreuen, nicht arbeitend. Sie sagte, Monaco wäre ein sehr schöner Ort zu wohnen, aber soooo teuer. Nunja, wer hätte gedacht, dass Leben in Monaco teuer ist??? Trotzdem war es lustig, von ihr mitgenommen worden zu sein.

Ich lief dann durch Monaco zur Französischen Grenze. Vorbei an Ferraris, Maseratis, Lamborghinis, Bentleys, Läden wie Svarovski, blablabla [irgendwas super exklusives einfügen]. Einige Leute schauten mich schon komisch an, wenn ich  vorbeilief – komplett in meinen Outdoor-/Anhalter-Klamotten und dem Rucksack…..ich gehörte dort wirklich nicht hin.

Hinter der Grenze wurde ich von einem Priester mitgenommen, der Essensspenden einsammelte, um sie dann zwei Tage später zentral in Nizza an Bedürftige zu verteilen. An der Tankstelle in der Stadt, wo er mich rausließ, wartet ich lange, bis jemand anhielt. Der Tankwart war selbst schon per Anhalter unterwegs gewesen, konnte aber meine Hoffnung, an dem Abend noch weiterzukommen, nicht gerade steigern. Dennoch hielt dann ein Auto, weil, wie sich herausstellte, ich die Heimatstadt des Fahrers (Nîmes) auf mein Schild geschrieben hatte. Er sagte, er würde mich zur nächsten Zollstation (péage) bringen. Auf dem Weg dorthin schlug Didier dann vor, ich könne auch bei ihm übernachten und zu Abend essen. Weil es schon 23 Uhr war und dementsprechend duster, war ich einverstanden. Sein Haus war in einem kleinen Dorf von dem aus man einen wunderbaren Blick über das Mittelmeer und Monaco hatte.

Tag 3, Dorf bei Monaco – Perpignan; ~470 km, 5 Autos, >7h Wartezeit

T03 Monaco-PerpignanNach dem Frühstück setzte mich Didier an der Mautstation vor Nizza ab. Diese Erfahrung hätte mich eigentlich lehren sollen, mich nie wieder an Mautstationen absetzen zu lassen: Ich musste ca. 5h warten, da die Autos einfach vorbeifuhren. Als dann mal ein Fahrer auf dem kleinen Parkplatz neben der Fahrbahn anhielt, beeilte ich mich, mit ihm zu sprechen, bevor er weiterfuhr. Er nahm mich dann zum nächsten Rastplatz (aire) mit, der bei Cannes war. Er war nur 10km entfernt, aber um Welten besser, als diese Mautstelle.

Ein LKW-Fahrer nahm mich dann ca. 100km weiter mit und von dort konnte ich mit den Holland-Spanier Joris bis kurz vor Perpignan mitfahren. Er kam gerade aus Nizza, wo er eine Woche im Haus eines superreichen Freundes verbracht hatte. Nun war er auf dem Weg zu seiner Familie, in einem kleinen Dorf bei Barcelona. Es war nett, sich mit ihm zu unterhalten, aber vom Rastplatz, wo er mich absetzte, kam ich diese Nacht nicht mehr weiter.

Um es schlimmer zu machen, wobei mir der Fakt, dass ich nicht weiterkam nicht sonderlich störte, suppte eine Melone meinen Rucksack und die darin befindlichen Sachen voll. Hinzu kam, dass die Melone noch nicht einmal mehr essbar war…

Um 1Uhr morgens legte ich dann meinen Schlafsack auf einen weichen Teppich aus trockenen Tannennadeln, hoffend, dass sich nicht Feuer finden, und schlief zur Freude einiger Insekten bald ein.

Auf Französischen Autobahnen gibt es elektronische Anzeigen, die Fahrern betreffender Autos in Echtzeit Geschwindigkeitsüberschreitungen (Kennzeichen + “trop vite”) mit Kennzeichen mitteilen.

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Tag 2


Tag 3


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Tag 1, Montag, 4.8., Karlsruhe – Liechtenstein – Bellinzona (CH)

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Tag 1, Karlsruhe – Bellinzona via Liechtenstein; ~500km, 6 Autos, ~7h warten

T01 KA-Bellinzona_50kmNun gut, mir ist es unmöglich auf Reisen zu gehen, ohne meine Haribo. Und ich hatte vergessen, sie am Samstag zu kaufen. Deshalb musste ich am Montagmorgen nicht hetzen, da der Supermarkt ja eh erst um 8 Uhr aufmacht.

Voll ausgerüstet konnte es also losgehen. Ich lief zu meiner Standard-Trampstelle. Allerdings schien niemand Richtung Stuttgart zu fahren, was mich stutzig machte, da sonst die meisten Autos da lang fahren.

Wie auch immer, nach 2,5h langen Stunden konnte ich dann ein paar Kilometer bis zur nächsten Raststätte zurücklegen; sie war 30km weg. Dort hielten überwiegend Holländer mit ihren Wohnwägen, die kaum Platz hatten. Es dauerte aber nicht lange und dann nahm mich ein Belgischer Schlagzeuger mit. sein Ziel war eigentlich gar nicht weit von Liechtenstein entfernt, sodass ich bis Österreich mitfahren konnte.

Doch dort, wo ich mich ausstieg, war es eigentlich nicht so gut zum Weiterkommen. Es gab keine Autobahnauffahrt für meine Richtung. Zum Glück war scheinbar in der Nähe gerade eine Messe, sodass wenigstens viele Autos in Richtung Autobahn fuhren und dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in meine Richtung fuhr auch stieg.

Bald wurde ich dann auch zu einer Tankstelle in der Schweiz mitgenommen, wo mich der erste Typ, den ich ansprach mitnahm. Ich wollte einfach nur über die Grenze und Liechtensteiner Boden unter den Füßen haben, ein Beweisfoto schießen (lassen) und dann weiterfahren. Als ich das dem Fahrer sagte, machte er den kurzen Umweg in das berühmte Liechtenstein.

Mit drei Holländischen Arbeitern kam ich dann nach Chur. Es war mittlerweile schon Abend und es begann zu regnen. Als der Regen stärker wurde, hielt dann ein Alfa Romeo. Die erste Frage des Fahrers war nicht, wo ich denn hin wolle oder ob ich ein Mörder sein. Nein, er wollte wissen, ob ich Hundekot an den Schuhen hätte. Ich wusste erstmal nicht, was ich antworten sollte – mit dieser Frage habe ich wirklich nicht gerechnet. Aber eigentlich war die Frage schon ganz vernünftig.

Dennoch glaube ich, dass jeder Tramper darauf achtet, keine stickenden Substanzen an seinen Schuhsohlen kleben zu haben bzw. diese sofort entfernen würde. Es war eine lustige Fahrt mit dem Schweizer Paar und sie ließen mich an einer großen Raststätte bei Bellinzona raus. Allerdings war es schon fast 23Uhr und ich versuchte nur noch halbherzig, weiter zu kommen.

Letztes Jahr war ich immer hochmotiviert so schnell wie möglich die nächste Fahrt zu erhaschen, sobald ich irgendwo abgesetzt wurde. Aber mit der mir nun eigenen Weisheit und Tramp-Erfahrung, war ich deutlich entspannter. Außerdem war ich ja sowieso zigeunermäßig unterwegs: Ich hätte einfach überall mein Zelt aufschlagen können. Ich musste mir um nix Sorgen machen und konnte eigentlich schlafen, wo ich wollte; natürlich nachdem ich mich vergewissert hatte, dass der Platz einigermaßen blickgeschützt wäre. 

Ein Fluss schlängelte sich in der Nähe der Raststätte entlang und sein Ufer war gesäumt von großen Steinplatten. Auf diesen konnte ich perfekt liegen und breitete meine Matratze und den Schlafsack aus. Es regnete nicht und war warm, sodass ich auf das Zeltaufbauen verzichten konnte.

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