Tag 20-22, Lissabon – Faro, Faro

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Tag 20, Lissabon – Faro I; 300km, 2 Autos, 9h Reisezeit (5h Warten)

T20 Lisbon-FaroWie sonst stand ich um 8Uhr auf und aß Frühstück mit O. Dann verabschiedete ich mich von ihr und sie gab mir noch eine Straßenbahn-Rabattticket oder so. Ich sollte eine Station mit der Straßenbahn fahren und die Karte hätte mein Ticket günstiger gemacht.

Als ich an der Haltestelle ankam, wusste ich jedenfalls nicht, wie ich einen Vorteil aus dem Ticket ziehen soll. Deshalb kaufte ich einfach gar keinen Fahrschein. Für eine Station waren mir 2,85€ dann doch zu heftig. Um 11Uhr kam ich dann an der Trampstelle an….aber keiner hielt an. Deshalb lief ich zu einer alternativen Stelle, die illegal war, weil sie mehr oder weniger auf der Autobahn war. Naja, und wie auch in Zaragoza, stieß ich dort leider auf einen Mitarbeiter des Autobahnbetreibers, der mich verscheuchte.

Verärgert ging ich zurück, schrieb ein neues Schild mit einem weniger weit entfernten Ort als Faro und nach, keine Ahnung wie viel zusätzlichen Stunden/Minuten, hielt eine Frau und brachte mich zur nächsten Raststätte, die auch einen McDonalds beherbergte. Dort traf ich auf ein Mädel und einen Jungen aus Litauen, die ebenfalls Richtung Faro wollten. Also genehmigten wir uns etwas zu trinken, welches Enrika wegen einer spontanen Zeichnung spendiert bekam, bevor wir uns an die “Arbeit” machten.

Wir mussten wieder mindestens zwei Stunden warten, aber dann hielt ein Auto an und er fuhr auch direkt nach Faro….endlich! Es war nicht viel Platz im Kofferraum, also nahmen wir unsere Rucksäcke auf unsere Beine; egal wie waren unterwegs nach Faro.

Faro war der zweite und letzte Ort, wo ich Couchsurfing benutzt habe. A. und A., zwei nette Polnische Erasmus-Studentinnen aus Wroclaw/Breslau, machten ein Praktikum in einem Architekturbüro. Als ich geduscht hatte, gingen wir einkaufen, kochten etwas zu essen und liefen dann durch die “riesengroße” Stadtmitte mit schmackhaftem Portwein.

Tag 21, Sonntag, Faro II

Nach dem Frühstück gingen wir auf den sonntäglichen Markt, wo wir uns mit zwei Lettischen Kolleginnen von A.A. trafen. Wir kauften einige Früchte, die ich noch nie zuvor gesehen hatte und verabredeten uns bei einem Kaffee für den Nachmittag. Wir wollten mit der Fähre an den Strand, da zwischen Faro und dem Atlantik ein Naturschutzgebiet liegt.

Um 16Uhr schipperten wir los und genossen das Plantschen im Atlantik. Um 22Uhr nachdem wir uns alle gestärkt hatten trafen wir uns wieder mit Wein am Hafen. Wir liefen auch an einem internationalen traditionellen Tanzfestival vorbei, aber es war eher langweilig, sodass wir loszogen und gemeinsam 18 Shots verschiedener Sorten Poncha (regional, Erdbeere, Kiwi, Maracuja/Passionsfrucht)  herunterkippten, was eine bessere Entscheidung war.

Tag 22, Faro III

A.A. musste wieder arbeiten, schließlich war ja Montag. Sie mussten lange arbeiten, die Armen. Ich hingegen machte mir einen entspannten Tag, schlief länger, schrieb ein paar Postkarten und war froh als ich erfuhr, dann mein Chef nix dagegen hatte, dass ich eine Woche später nach Karlsruhe kommen würde. Ich wollte eine Woche noch in Berlin verbringen.

Dann kaufte ich Zutaten für Kartoffelpuffer, sodass die beiden Mädels nach ihrem 12h-Tag nicht noch kochen mussten. Sie schmeckten lecker und es waren viele, sodass ich für den kommenden Abschnitt nach Granada über Tarifa und Gibraltar ein kleinen Vorrat anessen konnte.

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Tag 17-19, Lissabon/Lisboa

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Tag 17, Lissabon II

Als ich aufwachte, war ich wenigstens wieder mental einigermaßen fit. Meine Stimmung stieg auch rasant, als ich meine E-Mails abrief und sah, das ich eine Zusage von O. in meinem Postfach hatte. Wir telefonierten kurz und verabredeten uns für den Abend, da sie noch arbeiten musste. Ich schloss meinen Rucksack in ein Schließfach am Hauptbahnhof und streifte wieder ein bisschen durch die Stadt. Aber da ich mich noch nicht ganz erholt hatte, legte ich mich auf eine Wieso in der Nähe des Cais do Sodre und dem Rio Tejo. Abends trafen ich mich dann mit O., aß einen Happen und ging früh schlafen.

Tag 18, Lissabon III

Hmmm, ich war jetzt schon zwei Tage in Lissabon, aber habe nicht wirklich irgendetwas gemacht. Auf der anderen Seite hatte ich auch keine Pläne, aber die Situation hat sich schon komisch angefühlt.

O. lieh mir ihr Fahrrad und so fuhr ich zu einigen Aussichtspunkten, dem EXPO 1998 Gelände im Osten und Belem im Westen.

Es scheint typisch für Lissabon zu sein, dass einen einfach so zwielichtige Leute ansprechen, um einem “Haschisch? Kokain?” anzudrehen. Diese schrecken noch nicht einmal davor zurück, vor ein fahrendes Rad zu springen.

Am Abend suchte ich dann ein Restaurant, welches Schnecken (caracois) im Angebot hatte. Die Schnecken wurden mir von dem Typen empfohlen, der mich zum Mittag eingeladen hatte. In einem Restaurant sagten sie mir, dass die Schnecken eher als kleine Zwischenmahlzeit um die Mittagszeit offeriert wird. Also aß ich Dorsch, der auch lecker war.

Tag 19, Lissabon IV

Ein weiterer Tag in Lissabon. Dieses Mal hatte ich kein Fahrrad, also machte ich eine Straßenbahnfahrt mit der berühmten Touristenlinie 28. Die Tickets für diese Straßenbahn sind teurer als die der anderen Linien. Ich fuhr an einem schicken Graffiti vorbei, war aber zu langsam, ein Foto zu schießen. Also ging ich, nachdem wir die Endstation erreicht hatten, zurück und suchte 45 Minuten danach. Auf dem Weg dahin, gab es aber noch schöne andere Motive.

Mittags besuchte ich O. in der Bar, in der sie arbeitete. Dann ließ ich mir in dem Restaurant nebenan endlich die Schnecken servieren. Ich zahlte 7,50€ und bekam eine ziemlich große Box mit Schnecken, in Knoblauchsauce eingelegt. Das war auf jeden Fall mehr als genug für drei oder vier Personen. Ich konnte jedenfalls nicht alle auf einmal essen. Obwohl ich zugeben muss, dass es schon echt gut geschmeckt hat. Daher schlug ich O. auch vor, ein Schnecken-Omelette zum Abendbrot zu zubereiten. Skeptisch akzeptierte sie die Idee, denn sie hatte noch nie Schnecken gegessen.

Doch vorher ging ich noch in den Botanischen Garten, der einen sofort vom Rest der Stadt abschneidet. Ohne den Lärm, wirkte es wie in einer anderen Welt, allerdings etwas kleinen Welt. Vor der Heimkehr traf ich mich noch mit O. am Marquês de Pombal, dem zentralen Kreisverkehr von Lissabon. Sie musste noch einige Dinge erledigen und zeigte mir auf dem Weg dorthin noch ein paar weitere kritische Graffiti bevor ich dann mit ihrem Fahrrad zu ihrer Wohnung fuhr und noch etwas für das besondere Abendbrot einkaufte.

Ich kann euch sagen, es ist harte Arbeit, Schnecken aus ihren Häusern zu “befreien”; außerdem dauert es lange. Respekt an die Krebspeller aus Marokko. Aber die Arbeit war es wert: Was für ein Abendschmaus! Ich machte wie gesagt ein Omelette mit Schnecken mit Tomaten und Zucchini sowie einen Salat und  O. machte zwei Arten von Hummus und Avocadocreme….vorzüglich.

Es war dann auch meine letzte Nacht in Lissabon. Eine sehr interessante Stadt (auch ohne in Museen oder Clubs gewesen zu sein). Wenn Du Berlin magst, dann ist auch Lissabon einen Besuch wert. Es ist kleiner und hügeliger als Berlin, aber hat denselben Charme. Und falls Du Berlin nicht magst, tust Du es vielleicht nach einem Lissabon-Besuch.

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