Tag 9-10, Tapia – As Catedrais – Ézaro

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Tag 9, Tapia – Ribadeo / As Catedrais; 21 km, 1 Auto

Ich beeilte mich nicht mir dem Aufstehen und beschloss nach Ribadeo zu laufen. Der Weg war Teil des Jakobweges (Camino Santiago), daher kann ich behaupten, dass ich diesen für ca. 15km gepilgert bin. Aber vorher ging ich noch in die Pilgerherbege, um mich zu duschen, was ein klasse Gefühl nach einigen Tagen ohne war.

Als ich dann in Ribadeo ankam, musste ich leider feststellen, dass die Küstenformation “As Catedrais” weitere 6km entfernt war. Ich war zu faul nochmals zu laufen, was bestimmt 90 Minuten gedauert hätte. Außerdem war es mit einem 24kg Rucksack kein wirkliches Vergnügen. Ich wurde auf meinem Weg ein paar Male gefragt, ob er nicht zu schwer für den Camino sei. Ich sagte nein, denn im Prinzip legte ich ja mehr als als dieses Stück des Jakobweges zurück – nur eben per Anhalter und nicht zu Fuß.

Ich fand jemanden, der mich in die Nähe der As Catedrais brachte. Dort lud ich erst einmal meine Kamera und mein Handy in einem Restaurant auf. Nach vier Tagen ohne Elektrizität, waren beide Akkus fast leer und besonders die Kamera war extrem wichtig.

Ich baute mein Zelt auf einem leeren Parkplatz auf. Die As Catedrais ist nur während Ebbe begehbar – also zweimal am Tag. Als ich ankam, wäre es am nächsten Tag gegen 13Uhr gewesen und diese Nacht um ca. 23.50Uhr. Die Chance, nachts dort herumzulaufen, wollte ich unbedingt wahrnehmen und las bis ca. 23Uhr.

Es war wirklich atemberaubend. Ungefähr 15 weitere Leute waren unterwegs zwischen den Klippen und nach 30 Minuten, kam sogar ein praller Mond zwischen den Wolken hervor, was die Stimmung noch magischer machte.

Tag 10, As Catedrais – Ézaro; ~250km, 6 Autos, 7h Reisezeit

In der Nacht hatte es geregnet. Es war erst das zweite Mal seit dem Beginn meiner Sommerreise 2011, dass mich Regen ein bisschen einschränkte. Weil ich noch einmal bei Tag zu den As Catedrais gehen wollte, wartete ich einfach und hatte keine Eile, aus dem Zelt zu kommen. Andere waren ungeduldiger: Als ich um 10Uhr dann aus dem Zelt kroch, war der Parkplatz schon rappelvoll. Aber komplett zugeparkt? Nein, ein kleiner Deutscher Tramper leistete noch Widerstand gegen die Übermacht der wartenden Autos. Aber er konnte nicht lange standhalten und die wartenden Fahrer wurden sehr nervös, als sie mitbekamen, dass ein neuer Platz freiwerden würde.

Dieses Mal war die Küste alles andere als leer. Hunderte Menschen wimmelten umher und ich machte mich daher schnell wieder auf, weiter zu kommen. Als ich fast eine Stunde gewartet hatte und schon eine kleine Pause einlegen wollte, hielt ein Auto mit vier Italienerinnen. Ich quetschte mich mit einem Rucksack auf den Rücksitz. Sie sagten, sie seien erst an mir vorbeigefahren, hätten dann aber noch einmal extra gewendet.

Kurz vor A Coruña wurde ich dann rausgelassen, war aber ein bisschen verloren. Ich lief für eine Stunde eher planlos herum, bis ich endlich raus hatte, wie ich weiterkommen könnte. Mit Hilfe eines netten Galizianers wurde ich zur richtigen Autobahnauffahrt gebracht. Über die Autobahn kam ich dann mit einer weiteren Fahrt auf das lokale Straßennetz der Todesküste (Costa del Morte).

In Arteixo wurde ich von einem Fensterbauer mitgenommen. Seine Ausrede, nicht Englisch sprechen zu können, war die beste, die ich hörte. Meistens sagten die Leute einfach, die Lehrer wären zu schlecht gewesen und konnten kein Wissen vermitteln. Er sagte jedoch, seine Lehrerin sei zu hübsch gewesen und er hätte sich (während sechs Jahren Englischunterrichts?!, Anm.d.A.) nicht darauf konzentrieren können, was sie erzählte.

Er empfahl mir, nach Ézaro anstatt nach Muxia zu fahren, wenn ich wandern wollte. Ich nahm seinen Rat an und änderte mein Schild.

Von der Tankstelle wo er mich absetzte, wurde ich in ein 10km entferntes Dorf gefahren. Es war mittlerweile kurz vor Mitternacht und 10 Minuten bevor eine selbstgesetzte Frist zum Schlafplatzfinden ablief, hielt noch eine Familie und fuhr mich bis nach Ézaro. Der Sohn erzählte mir, dass am nächsten Tag am Abend ein Volksfest in Cée (ein Nachbarort) stattfinden sollte.

Sie ließen mich an einem Strand raus, an dem ich ihnen zufolge unbehelligt zelten könne.

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Tag 8 (Montag), Zaragoza – Tapia

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Tag 8, Zaragoza – Tapia; ~670km, 3 Autos, joa…war OK mit dem Warten

T08 Zaragoza-TapiaIch stand früh auf, da ich unbedingt weiter wollte. Weg aus Zaragoza. Ich verabschiedete mich von den Mädels, die gerade aufgestanden waren. Gleich die ersten Leute, die ich an der Raststätte fragte, nahmen mich um die 470km mit, was echt klasse war. Es war ein Spanisches Pärchen und er wollte, dass sie unbedingt ihr Volkshochschulenglisch trainiert. Von daher war es eine Win-Win-Situation für Carlos, Anna und mich.

Sie waren auf dem Weg nach Llanes in Austurien, sodass wie das regnerische Baskenland durchfuhren. Und um ehrlich zu sein, genauso wie die Leute, die Andorra nicht kennen, hätte ich nie gedacht, dass es in Spanien eine Region gibt, in der es regenwaldähnlich Eukalyptuswälder gibt. Aber die gemäßigte Klimazone sorgt im Norden Spaniens für sattes grün. Die Atlantikstrände sind lang und leer, vielleicht auf Grund des doch eher stürmischen Ozeans. Nichtsdestotrotz gefiel mir dieser Teil spontan; nicht nur, weil ich endlich der Hitze für ein paar Tage entrinnen konnte.

An der letzten Tankstelle, bevor sich die Autobahn nach Gijón (in meine Richtung) und Oviedo (nach Süden) teilte, sprach ich einen Pakistani an, ob er nach San Sebastian führe. Nach nur einigen Minuten des Wartens konnte ich also wieder weiter. Das Problem war nur, dass in die falsche Richtung gefahren wurde. Ich verwechselte Santiago mit San Sebastian und nun war ich natürlich wieder auf dem Weg in die Richtung, aus der ich gerade kam. Na super. Zum Glück gab es nach wenigen Kilometern eine weitere Raststätte, von welcher aus ich dann über die Autobahn zu der auf der anderen Seite rannte.

Die Zeit verging, Autos kamen und fuhren – ohne mich. Um 22Uhr kam eine Angestellte, der ich Leid tat, und lud mich zu einem Tee ein.

Aber kurz vor Mitternacht nahm mich Ainoa, ein Mädchen aus dem Baskenland, mit nach Tapia, wo sie arbeitete. Es war nur 10km von Ribadeo entfernt, das mir die 3 Spanier in Andorra empfohlen hatten. Leider wollte Ainoa partout kein Englisch sprechen, so dass die Fahrt leise verlief und ich immer wieder wegnickte.

Nachdem wir um ca. 2Uhr in Tapia angekommen waren, lief ich die Steilküste entlang, bis ich irgendwann einfach an einer relativ geeigneten Stelle über dem Meer mein Zelt aufbaute und mich von den sich brechenden Wellen und den Schlaf wiegen ließ.

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Day 9-10, Tapia – As Catedrais – Ézaro

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Day 9, Tapia – Ribadeo / As Catedrais; 21 km, 1 car

I didn’t hurry to get up and decided to walk to Ribadeo. The way was part of the “Camino de Santiago”, so I can say that I pilgrimaged the Camino – for 15 kilometres. But before, I entered a pilgrim hostel to take a shower that was like a reborn after a couple of days without.

Unfortunately when I arrived in Ribadeo, I found out that the As Catedrais, which are some coast formation recommended by Susanna from Andorra, are some more 6 kilometres away. I was too lazy to walk for another at least 1.5 hours. In addition with an about 24kg heavy backpack it wasn’t an amusing journey. I was often asked if it’s not too heavy. In fact I went part of the Camino, but not on foot, but with hitchhiking.

So I hitched a ride near the As Caterais, charged my mobile phone and camera batteries at a restaurant. After 4 days without electricity both were nearly dying and especially the camera batteries were essential for me.

I pitched my tent at an empty parking lot. The formation As Catedrais was only accessible during low tide –so two times a day. When I arrived it was the next day at about noon and that night at 11.50 pm. So I spent some time reading at started to go at 11 pm.

It was just breathtaking and magical. There were about 15 people walking along the cliffs and the cloudy sky revealed a nearly full moon after some 30 minutes.

Day 10, As Catedrais – Ézaro; ~250km, 6 cars, 7h travelling

At night it had rained which affected me for the first time this journey and only second time during my journeys from 2011 on. Because I wanted to visit the Catedrais during daylight again, I had no rush getting up. But others had: At 10 am. I got out of my tent to see the parking lot completely full. Completely? No, a little German hitchhiker blocked space for one car. But he couldn’t resist the numerous cars which drivers became very nervous when they finally saw the opportunity of a parking area.

This time, the area was full of people so I soon started to get further. I waited nearly an hour and was about to take a break, when a car with four Italian ladies stopped. I squeezed myself in the back row and the backpack on our legs. They told me, they especially had turned at the next exit to pick me up.

Shortly before A Coruña I got out, but was a bit lost there. I walked around for an hour till I figured out a possible route to my destination. With the help of a nice Galician guy I got to the right way to – at that time Muxia. Via the highway I got on the local roads of the Costa del Morte region.

At Arteixo I was taken by a guy who built windows. His excuse of not knowing English was by far the best that I had heard since. Mostly people said, it was because of the bad teachers. He instead said it was because his teacher was so pretty he could only look at her and couldn’t concentrate on what she was talking – for six years of school… He recommended going to Ézaro instead of Muxia if I wanted to do some hiking. So I just changed my destination.

From the gas station where he left me, I caught a ride some 10 kilometres further. It was some village and nearly midnight and again 10 minutes were left to the deadline, when I wanted to find a sleeping spot, when a family stopped and took me all the way to Ézaro. The son told me of a music festival from Thursday to Sunday in Cée that was nearby.

They left me at a beach where according to them I could pitch my tent without any trouble and it was true.

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Day 8 (Monday), Zaragoza – Tapia

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Day 8, Zaragoza – Tapia; ~670km, 3 cars, a couple of hours waiting time

T08 Zaragoza-TapiaI got up early. I wanted to continue. So I said good-bye to the two girls who wanted to take it easy and the first people I talked to at the service area were eager to give me a 470kilometres lift, which was awesome. It was a Spanish couple and the husband wanted his wife to speak English that she was learning at evening school. So it was a win-win for Carlos, Anna and me.

They were heading to Llanes in Asturia so we passed the rainy Basque region. To be honest like the people who never heard of Andorra, I would never have imagined that Spain can have some kind of rainforest of Eucalyptus trees. But the clime covers the northern countryside in green. The beaches are wide and empty, which may be reasoned in the stormy Atlantic Ocean. Nonetheless I liked that part immediately; not only because I had escaped the heat for some days.

At the last gas station before the crossroads of the highway to Gijón (my direction) and Oviedo (south) I spoke to a Pakistani, if he was going to San Sebastian. So after only minutes of waiting I got a ride again. The problem was, he was driving in the wrong direction. I mixed up Santiago and San Sebastian in my head. That’s why he of course was going to the right direction, but in the same time I was driven back to where I just came from…. Luckily after some kilometres was a small service area where I ran over the highway to the other, the right side.

There the time passed, cars came and went away without me. At 10pm an employee gave me a free tea and pitied me. But shortly before midnight, Ainoa, a girl from Basque region, took me to Taipa where she was working and which was only 10 kilometres from Ribadeo, where I intended to go. Unfortunately she refused to speak English, so it was quite a quite drive.

Having arrived in Tapia at about 2 in the morning, I walked along the cliffy coast until on top of one I pitched my tent and fall asleep to the sound of breaking waves.

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